Katzenkastration

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Fakten und Zahlen


Das Ausmass streunender Katzen wird in der Schweiz häufig unterschätzt. Schätzungsweise sind es rund 220’000 Katzen, die ohne gesichertes Zuhause leben und unter Hunger, Krankheiten und fehlendem Schutz leiden. Ohne Kastration nimmt ihr Elend immer weiter zu.

220’000 Katzen brauchen unsere Hilfe


Streunende Katze

Deshalb leiden streunende Katzen:

  • Streunerkatzen haben keinen geschützten Rückzugsort (z.B. zum Schlafen).
  • Sie haben keinen regelmässigen Zugang zu Futter und hungern oft.
  • Sie leiden unter Parasiten, Verletzungen und Krankheiten.
  • Sie sind jedem Wetter ausgesetzt; viele überleben z.B. den Winter nicht.

Das Elend vermehrt sich rasant:

  • Mit jeder neu geborenen Generation vervielfacht sich das Tierleid in unvorstellbarem Mass.
  • Wenn man davon ausgeht, dass ein Katzenpaar pro Jahr zweimal Nachwuchs bekommt, jeweils 3 Kätzchen pro Wurf überleben und diese ebenfalls Nachwuchs bekommen, dann ergibt das nach 7 Jahren über 420’000 Katzen.
  • Jungtiere sind dann denselben schlechten Lebensbedingungen ausgesetzt.

Wissenschaftlicher Hinweis:
Die dargestellte Berechnung beruht auf einem stark vereinfachten, theoretischen Modell des Populationswachstums. Dabei wird von konstanten Fortpflanzungsraten und einer gleichbleibenden Überlebenswahrscheinlichkeit ausgegangen. In natürlichen Populationen wird das Wachstum jedoch durch zahlreiche ökologische Faktoren begrenzt, wie Jungtiersterblichkeit, Krankheiten, Nahrungsverfügbarkeit, Revierverhalten und menschliche Einflüsse. Die Zahlen dienen daher lediglich zur Veranschaulichung des grundsätzlichen Vermehrungspotenzials und stellen keine realistische Vorhersage der tatsächlichen Entwicklung dar.

Kastration kann dieses Leid stoppen:
Helfen Sie mit!


Kastration ist die tierfreundlichste und erfolgreichste Methode, um unkontrollierte Vermehrung und das damit verbundene Tierleid zu verhindern. Der STS führt deshalb schweizweit Kastrationsaktionen mit seinen Sektionen durch.

Aktuell ermöglicht der STS jährlich rund 10’000 Kastrationen. Bei einer Streunerkatzen-Population von rund 220’000 Tieren gibt es also noch viel zu tun, um das Problem zu lösen. Alle unsere Kastrationsaktionen und die damit verbundenen Einsätze werden durch Spenden ermöglicht. Ihre Spende hilft, mehr Katzen ein gesundes Leben zu schenken.

So läuft eine Kastrationsaktion ab:

  • Streunerkatzen werden professionell eingefangen.
  • Sie werden kastriert und medizinisch versorgt.
  • Sie werden am gleichen Ort wieder freigelassen.

Diese «sanierten» Katzenkolonien werden dann langfristig überwacht und betreut. Den Katzen wird so ein gesundes Leben ermöglicht.

So stabilisieren wir die Katzenpopulation:

  • Verwilderte Katzen sind nicht an Menschen gewöhnt und eignen sich daher meistens nicht zur Vermittlung.
  • Indem wir sie nach der Kastration am gleichen Ort wieder freilassen, «besetzen» sie weiterhin ihr Revier.
  • So wird verhindert, dass neue unkastrierte Tiere einwandern und neue Kolonien entstehen.

Dieser Ansatz hat sich weltweit als nachhaltig erwiesen, da sich so die Katzenpopulation langfristig stabilisiert.

Fragen und Antworten zur Katzenkastration


Warum ist die Kastration von Katzen so wichtig?

Gemäss Tierschutzgesetz sind Tierhalterinnen und Tierhalter verpflichtet, die übermässige Vermehrung ihrer Heimtiere zu unterbinden (Art. 25 Abs. 4 TSchV). Die Kastration ist die tierfreundlichste und nachhaltigste Methode, um ungewünschten Nachwuchs und unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

Welche Vorteile hat die Kastration?

  • Kastrierte Katzen leben deutlich länger.
  • Der Trieb, auf Partnersuche zu gehen, fällt weg.
  • Dadurch nehmen die Gefahren ab, denen sich eine streunende Katze aussetzt, wenn auf Partnersuche ist (wie Verkehrsunfälle, Verletzungen bei Kämpfen mit Rivalen, übertragbare Krankheiten und hormonelle Erkrankungen).

Gibt es durch die Kastration Nachteile?

Nein. Es gibt durch die Kastration keine nachgewiesenen Nachteile für die Katze. Häufige Vorurteile lassen sich fachlich widerlegen:

Vorurteil «Kastrierte Katzen werden dick»

  • Übergewicht entsteht durch zu viel Futter, nicht durch die Kastration.
  • Ein sogenannter «Hängebauch» kann auftreten, ist aber keine Fettablagerung, sondern eine harmlose Bindegewebslockerung.

Vorurteil «Kastrierte Katzen jagen nicht mehr»

  • Der Jagdtrieb hat nichts mit dem Fortpflanzungstrieb zu tun.
  • Viele kastrierte Katzen jagen sogar aktiver, weil sie ihre Energie nicht mehr in Revierkämpfe oder Fortpflanzung investieren müssen.

Vorurteil «Eine Katze muss einmal Junge haben, um glücklich zu sein»

  • Diese Annahme ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Tiere brauchen keine Fortpflanzungserfahrung, um gesund oder ausgeglichen zu sein.
  • Solche Vorstellungen entstehen aus menschlichen Projektionen und entsprechen nicht dem natürlichen Verhalten der Katze.

Ist eine Kastration für Katzen gefährlich?

Nein. Die Kastration gilt als Routineeingriff, den gesunde Katzen in der Regel sehr gut überstehen.

  • Bei Katern ist der Eingriff äusserlich und unkompliziert. Der Schnitt in die Hodensäcke ist sehr klein und muss meist nicht vernäht werden. Die Heilung verläuft in der Regel schnell und problemlos.
  • Bei Kätzinnen wird für die Entfernung der Eierstöcke ein kleiner Schnitt in die Bauchdecke gemacht. Dieser wird nach dem Eingriff mit wenigen Stichen verschlossen. Auch dieser Eingriff ist Routine und wird von gesunden Tieren gut verkraftet.

Was passiert ohne Kastration?

Wenn man davon ausgeht, dass ein Katzenpaar pro Jahr zweimal Nachwuchs bekommt, jeweils 3 Kätzchen pro Wurf überleben und diese ebenfalls Nachwuchs bekommen, dann ergibt das nach 7 Jahren über 420’000 Katzen.

Warum gibt es Streunerkatzen?

Katzen, die in Freiheit geboren werden oder abwandern, verwildern und leben ohne gesichertes Zuhause. Sie ziehen sich beispielsweise in Schrebergärten, verlassenen Schuppen, auf Bauernhöfe, Fabrikarealen oder Industriegebiete zurück, wo sie Menschen kaum begegnen und sich ungehindert vermehren. In der Schweiz leben heute schätzungsweise 220’000 herrenlose Katzen.

Warum brauchen Streunerkatzen Hilfe?

Was nach Freiheit klingen mag, ist in Wahrheit ein schwieriges Leben, das mit grossem Leid verbunden ist. Wegen Mangelernährung, Verletzungen, Krankheiten oder Kälte führen Streunerkatzen ein hartes Leben, das oft mit einem qualvollen Tod endet.

Wie entstehen Katzenkolonien?

Katzenkolonien entstehen, wenn ausgesetzte, abgewanderte oder verwilderte Tiere neue Reviere suchen und besetzen. Unkastrierte Tiere können sich dann ungehindert vermehren. Rangniedrige Tiere wandern ab und gründen neue Kolonien.

Wie erkenne ich verwilderte Katzen oder Kolonien?

Typisch sind mehrere scheue Katzen an einem Ort, die sich Menschen kaum nähern. Sie leben oft an geschützten Plätzen wie Schuppen, Industriegeländen oder Gärten.

Was soll ich tun, wenn ich eine Katzenkolonie sehe?

Bitte melden Sie uns diese möglichst rasch. Unsere Teams verfügen über Fachwissen und Ausrüstung, um die Situation einzuordnen, die Tiere einzufangen, zu kastrieren und danach zu überwachen. So können wir verhindern, dass sich die Tiere ungehindert vermehren und das Tierleid weiterwächst.

Wie betreut der STS kastrierte Katzenkolonien langfristig?

  • Durch Überwachung der Populationen
  • Durch Behandlung von Neuzugängen
  • Durch Gesundheitskontrollen und Fütterungsstellen
  • Durch Eindämmung von Katzenkrankheiten wie Katzenseuche oder Katzenaids

Können Streunerkatzen adoptiert werden?

Da verwilderte Katzen nicht an Menschen gewohnt sind, können diese in der Regel nicht adoptiert werden. Je nach Zutraulichkeit der Tiere kann es vorkommen, dass gewisse Katzen im Tierheim aufgepäppelt werden und sich eine Vermittlung als sinnvoll erweist. Das muss jeweils im Einzelfall beurteilt werden. Im Vordergrund steht dabei immer das Wohl der Katze.

Darf man streunende Katzen töten?

Nein! Das vorsätzliche Verletzen und qualvolle Töten eines Tieres ist eine Straftat. Wenn Sie Streunerkatzen entdecken oder selbst von der Präsenz einer Katzenkolonie auf Ihrem Grundstück betroffen sind und Hilfe brauchen, melden Sie es uns schnellstmöglich.